Anti-Knast-Demo zur Frauen* JVA Chemnitz

Am 07. März findet erneut eine Anti-Knast-Demo vor der Frauen* JVA Chemnitz statt!

Die gefangenen Mitglieder der Gefangenen-Gewerkschaft GG/BO und deren Soli-Gruppen demonstrieren gemeinsam für den gesetzlichen Mindestlohn für die Inhaftierten, volle Einbeziehung in die Sozialversicherungen und komplette Gewerkschaftsfreiheit auch hinter Gittern.

Wir, die FEM*FAU des Allgemeinen Syndikats Magdeburg, solidarisieren uns mit diesen Kämpfen und stellen eine gemeinsame Zugfahrt:

Wann: 8.50 Uhr
Wo: Hauptbahnhof Magdeburg
Abfahrt: 9.12 Uhr Gleis 7
Solidarität ist unsere Waffe – kommt zahlreich!
Freiheit für alle politischen und sozialen Gefangenen!

Hier der Demonstrationsaufruf: https://abcdd.org/2020/02/06/demonstration-fur-eine-freie-gesellschaft-ohne-knaste-staat-und-patriarchat-7-marz-chemnitz/

 

Die Arbeiter*innen in der JVA Chemnitz sollen nach der Logik des Staates ihre „Vergehen“ begleichen und wieder in die Gesellschaft geführt werden. Wie ist das möglich, an einem Ort voller starrer Regeln, der keine Eigenständigkeit zulässt und auf Disziplinierung abzielt? Wie ist es möglich, in einer Gesellschaft einen Platz zu finden, von der Du komplett isoliert wurdest, in der Du keine*n mehr kennst, Dich auf keine*n verlassen kannst, Du durch deinen Knastaufenthalt gerade als Frau* sozial stigmatisiert bist? In welcher Form ist es deiner Rehabilitation dienlich, dass Du weggesperrt, ausgebeutet und erniedrigt wirst?

Zum nunmehr vierten Mal wollen wir anlässlich des internationalen Frauen*kampftages unsere Solidarität mit den Gefangenen der JVA Chemnitz ausdrücken. In unserer Gesellschaft werden Menschen aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität, ihres Aussehens, ihrer kulturellen Zugehörigkeit, ihrer gesellschaftlichen Stellung und vieler anderer Zuschreibungen diskriminiert. Diese verschiedenen Diskriminierungsformen spiegeln sich dann auch in der Belegung der Knäste wieder. So müssen beispielsweise viele arme Menschen Ersatzfreiheitsstrafen oder Strafen wegen Eigentumsdelikten absitzen. Ohne Geld wird ihnen keine gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft zugestanden. Das trifft auf die Frauen* in der JVA Chemnitz zu. Und auch diejenigen, die gegen die vielfältigen Formen der Unterdrückung kämpfen, sind von staatlicher Repression betroffen: So versucht der Staat uns als Widerstandsbewegung zu bekämpfen, uns klein zu machen, unseren Mut zu brechen und uns vom Rest zu isolieren. Der Knast, bzw. seine Androhung, ist dabei eines der mächtigsten Werkzeuge zur Aufrechterhaltung der herrschenden Ordnung.

Menschen werden je nachdem was in ihrem Pass steht den Männer- und Frauengefängnissen zugeteilt. Andere geschlechtliche Identitäten werden nicht anerkannt. Beide unterliegen bestimmten Normen und Regeln. Frauen*spezifischen Gesundheitsanforderungen wie beispielsweise in der Schwangerschaft oder während der Menstruation, wird in Haft nicht genüge getan. In der Regel gibt es auf den Mutter-Kind-Stationen viel zu wenige Plätze, um den Bedarf zu decken.

Wie in allen JVAs werden auch die Frauen* in Chemnitz unter einem Zwangsarbeitsregime zu Löhnen von ca. 1 bis 2 Euro die Stunde, ohne Sozial- und Rentenversicherungszahlungen in anstaltseigenen sowie externen Betrieben ausgebeutet. Wer nicht arbeitet, wird schlechter gestellt. In vielen Betrieben ist die Arbeitsbelastung so hoch, dass die Gesundheit der Frauen* erheblich darunter leidet. Dabei haben die inhaftierten Frauen* in Chemnitz und anderswo in ihrem Leben oft bereits Gewalterfahrungen gemacht. Denn in unserer Gesellschaft sind Frauen* leider immer noch in besonderem Maße sexualisierter, sexueller und psychischer Gewalt ausgeliefert. Der Knast isoliert Frauen*, welche vorher schon kein sicheres soziales Umfeld hatten noch mehr und treibt sie häufig zurück in die Arme gewaltvoller Partner.

Der Knast ist ein gewaltvoller Ort, der wiederum Gewalt, Diskriminierung und kriminalisiertes Verhalten reproduziert. Die Argumentation, dass Knäste Menschen einfühlsamer machen, ist in sich unschlüssig. So werden auch die in der JVA Chemnitz eingesperrten Nazis, durch den Knastaufenthalt nicht zu mitfühlenden Menschen. Der Knast ist auch kein schwarzes Loch, in welchem sie einfach verschwinden. Meist vernetzen sie sich und profitieren von den gewaltvollen und rassistischen Strukturen, welche bereits existieren. In einer Gesellschaft, welche auf gegenseitigem Respekt, solidarischem Miteinander und weniger Diskriminierung beruht, darf kein Platz für Knäste sein. Deswegen ist es wichtig, selbstorganisierte, autonome Strukturen und Netzwerke aufzubauen, in denen Betroffene von Diskriminierung und Gewalt Unterstützung finden und gemeinsam für die Verbesserung ihrer Lage kämpfen können.

Die JVA Chemnitz ist ein Ort, der patriarchale Machtverhältnisse anerkennt, durchsetzt und aufrecht erhält. Bei den Frauen* in der JVA Chemnitz verbindet sich die männliche Gewalt gegen Frauen* mit ökonomischer und gesundheitlicher Ausbeutung.

Wir fordern das Ende aller Knäste! Wir fordern eine Transformation der Gesellschaft von Strafe zu gegenseitiger Verantwortungsübernahme.

Knäste zu Baulücken. Baulücken zu Gemeinschaftsgärten!

Kommt mit uns anlässlich des Frauen*kamptages zur JVA Chemnitz. Am besten habt ihr eure Lieblings(tier)maske im Gepäck, damit wir uns den Kameras in von unserer schönsten Seite zeigen können. Lasst uns gemeinsam solidarisch sein und die Isolation der großen grauen Mauern überwinden!

Patriarchat – Allgemeine, nahezu global verbreitete Männerdominanz und Synonym für männliche Herrschaft und Unterdrückung der Frauen*. Patriarchat wurde zu einem Sammelbegriff für Strukturen und Formen von Nachrangigkeit, Ausbeutung und direkter sowie struktureller Gewalt gegen Frauen*.

Frauen* – wir wollen damit sichtbar machen, das im Frauenknast nicht nur Menschen eingesperrt sind, die sich als Frauen identifizieren.

Besuch der überregionalen Streikdemonstration der Ameos-Beschäftigten

Am 05.02.20, demonstrierten etwa 750 KollegInnen der Ameos-Kliniken Aschersleben, Staßfurt, Schönebeck und Haldensleben zentral in Magdeburg.
Es beteiligten sich mehrere Mitglieder des Allgemeinen Syndikats Magdeburg an den Protesten, bei denen wir eine gut gelaunte und kämpferische Stimmung wahrnehmen konnten.
Während der Demonstration wurden immer wieder Sprechchöre gerufen wie: „Wir sind hier – wir sind laut – weil Ameos uns die Kohle klaut“.
Leider mussten wir feststellen, dass die ersten Reihen der Demonstration nicht von den Streikenden selbst, sondern von sogenannter Politprominenz gestellt wurden. Auch bei den Reden war die Präsenz der Parteien deutlich hör- und sehbar. Von der Partei „Die Linke“ bis zur CDU durften sie heucheln und so tun, als ob sie mit Privatisierung und Lohndrückerei nichts zu tun hätten. Selbst die Faschisten der AfD haben versucht Wahlkampf zu machen. Der Großteil ignorierte sie.

Aber auch die FunktionärInnen von Ver.di redeten davon, dass alles wieder gut wird, wenn der Tarifvertrag erst einmal da ist. Dabei wurde das Mantra von „Guter Arbeit bei gutem Lohn“ immer und immer wieder wiederholt. Es wird aber keinen „guten Lohn“ geben, solange der Pflege- und Gesundheitsbereich den Profitinteressen unterliegt. Und es wird keine „gute Arbeit“ geben, solange wir in streng hierarchischen Strukturen arbeiten und nur nach kapitalistischer Profitlogik wirtschaften.
Trotzdem solidarisieren wir uns mit den Streikenden und ihren Forderungen nach einem Tarifvertrag!

Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen von AMEOS

In den vergangenen Wochen hat es an verschiedenen AMEOS-Standorten in Sachsen-Anhalt mehrere Warnstreiks gegeben. Mehr als 1.800 Beschäftigte haben in Bernburg, Aschersleben, Staßfurt, Schönebeck und Haldensleben die Arbeit niedergelegt, um bessere Bezahlung zu erreichen. Ver.di hatte die Klinikleitungen bereits im Juli zu Tarifverhandlungen aufgefordert, AMEOS verweigerte diese konsequent. Stattdessen wurden die MitarbeiterInnen zu Einzelgesprächen gebeten, die mehrheitlich aus Drohungen bestanden haben.

Der Regionalgeschäftsführer von AMEOS, Lars Timm, ist in der Vergangenheit schon mehrfach durch gewerkschaftsfeindliches Handeln aufgefallen. Während eines Streiks an dem AMEOS-Klinikum in Hildesheim drohte er mehreren Beschäftigten mit fristlosen Kündigungen und Versetzungen. Am Ende musste AMEOS alle Kündigungen zurücknehmen und einen Tarifvertrag auf dem Niveau des öffentlichen Dienstes schließen. Auch im aktuellen Konflikt droht Timm den Beschäftigten: Ihre Forderungen würden 800 Stellen kosten und Schließungen von ganzen Abteilungen nach sich ziehen.

Nach den Warnstreiks hat das Unternehmen 20 MitarbeiterInnen in Sachsen-Anhalt fristlos gekündigt. Entlassen wurden KollegInnen, die sich an den Warnstreiks in der vergangenen Woche beteiligt hatten; darunter ein schwerbehinderter Kollege. Laut Ver.di entbehrten die Begründungen für die Kündigungen jeder Grundlage.

Mit der Privatisierung der Kliniken durch AMEOS vor sieben Jahren wurden die Gehälter eingefroren, das Weihnachtsgeld abgeschafft und die Arbeitszeit auf 35 Stunden reduziert. Momentan werden die Beschäftigten nach Haustarifen bezahlt. Damit liegen sie rund 600 Euro unter dem regionalen Durchschnittsgehalt der Branche. Die Beschäftigten fordern mit der Gewerkschaft ver.di den Abschluss eines Anwendungstarifvertrags zum Flächentarif TVöD.

Zur schlechten Bezahlung kommen die miserablen Arbeitsbedingungen in in den Kliniken. Eine Krankenschwester aus Staßfurt berichtete der Volksstimme: „Eine Krankenschwester erledigt die Arbeit, die früher drei erledigt haben. Wir steuern in eine gefährliche Pflege. Man geht nicht mehr mit einem guten Gefühl nach Hause und ist auch mal schroff zu den Patienten. So möchten wir nicht arbeiten. Einige sind krank und haben psychische Probleme bis zum Burnout. Die hätten sonst mitgestreikt. Wir haben immer weniger Kolleginnen. Teure Leiharbeiter wurden geholt, die Belegschaft wird immer älter. Wenn diese in Rente geht, bricht das Chaos aus. Zu dem Lohn fängt doch keiner mehr bei Ameos an. Aber wir haben keine Angst mehr. Wovor denn?“.

Da die Warnstreiks bisher keinen Erfolg zeigten, ist der nächste Schritt eine Urabstimmung der Beschäftigten über einen Erzwingungsstreik. Der Marburger Bund hat diese Urabstimmung bereits durchgeführt, die große Mehrheit der ÄrztInnen ist zum Streik bereit. Ein Erzwingungsstreik ist unbefristet und kann sich über Wochen hinziehen.

Wir unterstützen die Forderungen der KollegInnen bei AMEOS.

Wir verurteilen die schäbigen und gewerkschaftsfeindlichen Methoden der Geschäftsführung.

Wir fordern die sofortige Wiedereinstellung der gekündigten KollegInnen.

Wir zeigen uns solidarisch mit den streikenden KollegInnen und wünschen ihnen Kraft und Entschlossenheit für den weiteren, hoffentlich erfolgreichen Arbeitskampf.

Vortrag „Klasse – Kämpfe – Syndikalismus“

Am Donnerstag, den 14.11.2019, 19 Uhr, Friesenstr 52, 39108 Magdeburg

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Die Verankerung in der Klasse der Lohnarbeitenden war eigentlich immer der gemeinsame Bezugspunkt der Linken. In den letzten Jahr(zehnt)en hat sich das zunehmend geändert – sicher ein wichtiger Grund für das dramatische Abschmelzen ihrer Basis in Europa. In unserem Vortrag wollen wir, ausgehend von einem Überblick über die Entwicklung von Klassenbegriff und Klassenkämpfen, Vorschläge unterbreiten, wie die antikapitalistische Linke wieder alltagstaugliche Perspektiven entwickeln könnte.

Urteil zu Sanktionen – Jetzt Überprüfungsantrag stellen!

Achtung – dringend!

Hast Du eine Sanktion bekommen, die im Zeitraum von Januar 2018 bis heute lag? Dann hast Du noch bis zum 05. November die Chance, die Sanktion zurückgezahlt zu bekommen!

Das Bundesverfassungsgericht fällt am 05. Nov. die Entscheidung ob Sanktionen verfassungswidrig sind. Daher musst Du vor dem 05. November einen Überprüfungsantrag (ggf. Widerspruch) eingereicht haben – Überprüfungsanträge sind danach nicht mehr rückwirkend möglich!
Deswegen haben wir für Dich einen Vordruck formuliert, den Du hier ‘runterladen kannst:

Vorlage Widerspruch

Vorlage Überprüfungsantrag

Erklärtext Sanktionen-zurück für fb

 

Attention – urgent!

Did you get a sanction, which was in the period from January 2018 to today? Then you have until 05. November the chance to get the sanction paid back!

The Federal Constitutional Court makes on 05. Nov. the decision whether sanctions are unconstitutional.
Therefore, you must have submitted an application of validity (or an offical objection) before November 5th –
applications of validity is then no longer possible with retroactive effect!
That is why we have formulated a form for you, which you can download here:

Vorlage Widerspruch

Vorlage Überprüfungsantrag

Erklärtext Sanktionen-zurück für fb

Film „Luft zum Atmen“

Am Montag, den 04.11.2019, 20 Uhr, Moritzhof, Moritzpl. 1, 39124 Magdeburg

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1972 gründeten ein paar Arbeiter und Revolutionäre bei Opel in Bochum die „Gruppe oppositioneller Gewerkschafter“(GoG). Die GoG existierte über 40 Jahre und hat mit ihrer radikalen Betriebsarbeit den Widerstandsgeist in der Bochumer Belegschaft befeuert.

Als Betriebsräte gaben sie geheime Informationen an die Belegschaft weiter, sie sorgten für achtstündige Betriebsversammlungen, kämpften gegen Krankenverfolgung, organisierten ihren eigenen Bildungsurlaub und versuchten sogar, auf eigenen Faust direkte internationale Solidarität zwischen den verschiedenen General Motors Belegschaften in Europa herzustellen, um sich gegen die Standorterpressungen in den 90er Jahren zur Wehr zu setzen.

Ihre radikalen Aktivitäten kulminierten schließlich in einem der wichtigsten Wilden Streiks deutschen Nachkriegsgeschichte, als die Belegschaft im Oktober 2004 sechs Tage lang das Werk besetzte und die Produktion in ganz Europa lahmlegte.

Ein Portrait von Kollegen, die sich Gehör verschafften.

[Pressemitteilung] FAU Magdeburg erfolgreich gegen Kündigung

Nach einer Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Magdeburg einigten sich ein Kollege und sein ehemaliger Arbeitgeber auf Beendigung des Arbeitsverhältnisses und eine pauschale Zahlung in Höhe von 1000€ an den Kollegen. Der Maler hatte mit Unterstützung der Freien ArbeiterInnen-Union (FAU) Magdeburg geklagt.

In der Güteverhandlung wurde über die Wirksamkeit einer Kündigung gestritten, die aufgrund formaler Mängel vom Kollegen angezweifelt wurde. Die Kündigung war nicht vom Arbeitgeber selbst unterzeichnet. Im vorliegenden Fall wäre sie nur unter Beifügung einer Vollmacht für die unterzeichnende Person rechtskräftig gewesen. Dem Kollegen ging es aber nicht allein ums Formelle, vielmehr wollte er zeigen, dass die Willkür seines Chefs nicht unbeantwortet bleibt.

Der Richter teilte die Argumentation der FAU Magdeburg weitgehend, der ehemalige Chef blieb jedoch zunächst uneinsichtig und schlug das Vergleichsangebot des Kollegen als völlig überzogen aus. Unserem Kollegen gegenüber äußerte er sich vor Gericht wiederholt beleidigend, doch dieser ließ sich nicht beeindrucken und ging auf das viel zu niedrige Vergleichsangebot seines ehemaligen Arbeitgebers nicht ein. Wir waren fest entschlossen, das Recht unseres Kollegen im später angesetzten Kammertermin zu erstreiten.

Anscheinend bekam der Chef aber doch kalte Füße und ging zwei Wochen nach der Güteverhandlung auf unser Angebot ein. Es lohnt sich also für seine Rechte zu kämpfen. Dass die Arbeitgeber immer wieder versuchen, jegliche Verantwortung auf ihre Beschäftigten abzuwälzen und ArbeitnehmerInnen, die sich wehren, erniedrigen und einschüchtern, zeigt, wie wichtig die solidarische Unterstützung einer Gewerkschaft im Arbeitskampf ist.

Vortrag: Streikrecht als Menschenrecht – Gewerkschaftliche Gegenwehr und Arbeitsrecht

Die lohnabhängig Beschäftigten, die grosse Mehrheit der modernen Gesellschaften, sind hartem Druck der Konkurrenz auf ihre Lebensverhältnisse ausgesetzt. Sie sind auf gemeinschaftliche Verteidigung ihrer Interessen angewiesen, auf gewerkschaftliche Organisation und kollektive Aktion, um diesem  Druck etwas entgegensetzen zu können.

Organisierung und kollektive Interessenwahrnehmung sind in vielen Formen möglich. Sie sind jedoch in letzter Instanz davon abhängig, dass sie durch Streik oder andere Massnahmen des Arbeitskampfes auch durchgesetzt werden können. Unter welchen Voraussetzungen ist ein Arbeitskampf erlaubt? Wie muss er organisiert sein? Welche Risiken geht man dabei ein? Wer hat überhaupt das Recht, einen Streik zu führen?

Diese rechtlichen Rahmenbedingungen, wie sie das geltende Arbeitskampfrecht setzt, sollen auf diesem Vortrag erläutert werden. Er richtet sich an gewerkschaftlich Aktive, an Betriebstätige aller Art sowie an alle Interessierten und soll praktische Anregungen sowie ein tieferes Verständnis der Probleme des deutschen und europäischen Arbeitsrechts geben.

29.06.2019, 16.00 Uhr

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Olvenstedter Str. 10
39108 Magdeburg

Vortrag und Diskussion: Gewerkschaft und Feminismus

Vortrag und Diskussion: Gewerkschaft und Feminismus – zwei Paar Schuhe oder der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

Ein Plädoyer für mehr feministisches (Selbst-)Bewusstsein in gewerkschaftlicher Arbeit und für mehr feministische Arbeitskämpfe

Vortrag und Diskussion mit der AG Feministische Kämpfe der Freien Arbeiter*innen Union Dresden

Beim Thema Gewerkschaft und Feminismus fällt den meisten zuerst „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ein, und weiter … nicht viel. Schade eigentlich! Feminismus ist nicht nur Rollenkritik, Identitätswahl oder Sprachproblem – Gewerkschaft muss kein miefiger Männerbund sein. Wir finden, beides sollte aufeinander bezogen und konsequent zusammen gedacht werden. Für einen syndikalistischen Feminismus!

Veranstaltung im Rahmen der Kampagne *Jeder Tag ist Kampftag! – Magdeburg*<https://jedertagistkampftagmd.noblogs.org/>, einer Veranstaltungsreihe der Frauen*vernetzung Magdeburg rund um den 8. März 2019.

19.03.2019, 19 Uhr

BUND, Olvenstedter Str. 10, 39108 Magdeburg

Redebeitrag der FAU zum Feministischen Kampftag

Heute ist Internationaler Frauenkampftag. Schon seit über 100 Jahren streiken, streiten und kämpfen wir für unsere Rechte und gegen jede Unterdrückung. Über die Welt breitet sich eine Bewegung von streikenden Frauen* aus, von Polen bis Argentinien, von New York bis Hongkong, von Spanien über Nigeria bis Australien. Auch wir sehen Grund zum Streik und sagen: Es reicht!

Lasst uns heute und in Zukunft am 8. März zusammen streiken!

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Ständig werden wir diskriminiert, unterdrückt und ausgebeutet. Wir werden tagtäglich mit verletzenden Witzen, Kommentaren, Übergriffen und körperlicher Gewalt klein gemacht.

Unsere Arbeit wird geringgeschätzt und noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 22% weniger als Männer.

Nicht nur das! Zu Hause übernehmen wir unzählige Stunden an Erziehungs-, Haushalts- und Pflegearbeit. Manche von uns tun dies auch schlecht bezahlt im Zuhause anderer.

Im Alter kommen wir mit unserer Rente kaum oder gar nicht über die Runden.

In der Familie, in Freundschaften, auf der Arbeit und in der Partnerschaft leisten wir viel emotionale Unterstützung und übernehmen einen Großteil der Beziehungsarbeit.

Zwei Drittel der gesamten Arbeitsstunden der Welt sind heute unbezahlte Aktivitäten, die fast ausschließlich von Frauen geleistet werden.

So verschieden wir sind, wir sind alle Arbeiterinnen*, weil wir arbeiten müssen – egal ob mit dem Kinderwagen, dem Schraubenschlüssel, dem Computer oder dem Besen in der Hand, ob wir dafür einen Lohn bekommen oder nicht. Es wird von uns erwartet, dass wir diese Arbeit klaglos, unbeachtet und wie selbstverständlich mit einem Lächeln erledigen.

Feminismus und langfristige Organisierung sind kein Widerspruch!

Wir, die Freie Arbeiter_innen Union (FAU) streben als selbstorganisierte Basisgewerkschaft von Lohnabhängigen danach, unsere Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Das schaffen wir durch gegenseitige Hilfe im Alltag und gewerkschaftliche Kämpfe. Wir wollen den Kapitalismus und das Patriarchat überwinden. Diese Kämpfe müssen ebenfalls gegen Rassismus und transnationale Ausbeutung gerichtet sein, da all diese Herrschaftsverhältnisse miteinander verwoben sind.

Langfristige und verbindliche Strukturen wie Gewerkschaften sind wesentlich, um unsere Lage zu verbessern und Solidarität zu ermöglichen. Über die Mitgliedsbeiträge können Kassen aufgebaut werden, um Lohnausfälle bei einem Arbeitskampf auszugleichen, aber auch Treffen oder Infomaterial zu finanzieren. Gewerkschaftsmitglieder werden die Kämpfe anderer auch praktisch unterstützen, bei Aktionen anwesend sein, die Kinder der betroffenen Personen betreuen oder Essen besorgen. Außerdem können Erfahrungen über Aktionen, Arbeitskampfmaßnahmen und deren Durchführung nicht nur gesammelt, sondern auch weitergegeben werden. Rechtliches Wissen bleibt nicht Expert_innen vorbehalten, sondern wird unter Mitgliedern verbreitet.

Unser Ziel ist die Befreiung von jeder Ausbeutung, Unterdrückung und Herrschaft. Symbolische Aktionen und Appelle an die Politik reichen nicht aus, um diese Ziele zu erreichen. Nur durch kollektives Handeln können wir soziale Emanzipation und Selbstbestimmung erreichen. Streik, das Verweigern von (bezahlter oder unbezahlter) Arbeit, ist dabei unser wirksamstes Mittel.

Deshalb streiken wir am 8. März, indem wir

… nicht zur Arbeit gehen.

… Kinderbetreuung und Hausarbeit liegen lassen.

… andere nicht umsorgen und nicht für alle mitdenken.

… nicht zur Schule, Berufsschule oder Hochschule gehen.

… uns versammeln, austauschen und Pläne für unsere Zukunft schmieden.

… solidarisch mit allen streikenden Menschen sind.

Deshalb rufen wir alle zur Beteiligung an der weltweit wachsenden feministischen Streikbewegung auf. Gemeinsam mit unseren internationalen Schwesterngewerkschaften werden wir Solidarität zeigen mit allen Frauen* und von Sexismus betroffenen Menschen weltweit. Wir wollen die alltäglichen Kämpfe unterstützen, egal ob zu Hause, im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz.

Organisieren wir uns gemeinsam für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen – für alle!

Redet mit euren Kolleg*innen, Freund*innen, Nachbar*innen, Müttern, Großmüttern, Tanten und Schwestern! Werdet gemeinsam aktiv! Sammelt Euch, lernt einander kennen, hört einander zu! Organisiert euch! Lasst uns Streik-Komitees an allen Orten gründen, auch hier in Magdeburg!

Feminismus in die Offensive – Wir fangen gerade erst an!