Vortrag „Klasse – Kämpfe – Syndikalismus“

Am Donnerstag, den 14.11.2019, 19 Uhr, Friesenstr 52, 39108 Magdeburg

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Die Verankerung in der Klasse der Lohnarbeitenden war eigentlich immer der gemeinsame Bezugspunkt der Linken. In den letzten Jahr(zehnt)en hat sich das zunehmend geändert – sicher ein wichtiger Grund für das dramatische Abschmelzen ihrer Basis in Europa. In unserem Vortrag wollen wir, ausgehend von einem Überblick über die Entwicklung von Klassenbegriff und Klassenkämpfen, Vorschläge unterbreiten, wie die antikapitalistische Linke wieder alltagstaugliche Perspektiven entwickeln könnte.

Urteil zu Sanktionen – Jetzt Überprüfungsantrag stellen!

Achtung – dringend!

Hast Du eine Sanktion bekommen, die im Zeitraum von Januar 2018 bis heute lag? Dann hast Du noch bis zum 05. November die Chance, die Sanktion zurückgezahlt zu bekommen!

Das Bundesverfassungsgericht fällt am 05. Nov. die Entscheidung ob Sanktionen verfassungswidrig sind. Daher musst Du vor dem 05. November einen Überprüfungsantrag (ggf. Widerspruch) eingereicht haben – Überprüfungsanträge sind danach nicht mehr rückwirkend möglich!
Deswegen haben wir für Dich einen Vordruck formuliert, den Du hier ‘runterladen kannst:

Vorlage Widerspruch

Vorlage Überprüfungsantrag

Erklärtext Sanktionen-zurück für fb

 

Attention – urgent!

Did you get a sanction, which was in the period from January 2018 to today? Then you have until 05. November the chance to get the sanction paid back!

The Federal Constitutional Court makes on 05. Nov. the decision whether sanctions are unconstitutional.
Therefore, you must have submitted an application of validity (or an offical objection) before November 5th –
applications of validity is then no longer possible with retroactive effect!
That is why we have formulated a form for you, which you can download here:

Vorlage Widerspruch

Vorlage Überprüfungsantrag

Erklärtext Sanktionen-zurück für fb

Film „Luft zum Atmen“

Am Montag, den 04.11.2019, 20 Uhr, Moritzhof, Moritzpl. 1, 39124 Magdeburg

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1972 gründeten ein paar Arbeiter und Revolutionäre bei Opel in Bochum die „Gruppe oppositioneller Gewerkschafter“(GoG). Die GoG existierte über 40 Jahre und hat mit ihrer radikalen Betriebsarbeit den Widerstandsgeist in der Bochumer Belegschaft befeuert.

Als Betriebsräte gaben sie geheime Informationen an die Belegschaft weiter, sie sorgten für achtstündige Betriebsversammlungen, kämpften gegen Krankenverfolgung, organisierten ihren eigenen Bildungsurlaub und versuchten sogar, auf eigenen Faust direkte internationale Solidarität zwischen den verschiedenen General Motors Belegschaften in Europa herzustellen, um sich gegen die Standorterpressungen in den 90er Jahren zur Wehr zu setzen.

Ihre radikalen Aktivitäten kulminierten schließlich in einem der wichtigsten Wilden Streiks deutschen Nachkriegsgeschichte, als die Belegschaft im Oktober 2004 sechs Tage lang das Werk besetzte und die Produktion in ganz Europa lahmlegte.

Ein Portrait von Kollegen, die sich Gehör verschafften.

[Pressemitteilung] FAU Magdeburg erfolgreich gegen Kündigung

Nach einer Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Magdeburg einigten sich ein Kollege und sein ehemaliger Arbeitgeber auf Beendigung des Arbeitsverhältnisses und eine pauschale Zahlung in Höhe von 1000€ an den Kollegen. Der Maler hatte mit Unterstützung der Freien ArbeiterInnen-Union (FAU) Magdeburg geklagt.

In der Güteverhandlung wurde über die Wirksamkeit einer Kündigung gestritten, die aufgrund formaler Mängel vom Kollegen angezweifelt wurde. Die Kündigung war nicht vom Arbeitgeber selbst unterzeichnet. Im vorliegenden Fall wäre sie nur unter Beifügung einer Vollmacht für die unterzeichnende Person rechtskräftig gewesen. Dem Kollegen ging es aber nicht allein ums Formelle, vielmehr wollte er zeigen, dass die Willkür seines Chefs nicht unbeantwortet bleibt.

Der Richter teilte die Argumentation der FAU Magdeburg weitgehend, der ehemalige Chef blieb jedoch zunächst uneinsichtig und schlug das Vergleichsangebot des Kollegen als völlig überzogen aus. Unserem Kollegen gegenüber äußerte er sich vor Gericht wiederholt beleidigend, doch dieser ließ sich nicht beeindrucken und ging auf das viel zu niedrige Vergleichsangebot seines ehemaligen Arbeitgebers nicht ein. Wir waren fest entschlossen, das Recht unseres Kollegen im später angesetzten Kammertermin zu erstreiten.

Anscheinend bekam der Chef aber doch kalte Füße und ging zwei Wochen nach der Güteverhandlung auf unser Angebot ein. Es lohnt sich also für seine Rechte zu kämpfen. Dass die Arbeitgeber immer wieder versuchen, jegliche Verantwortung auf ihre Beschäftigten abzuwälzen und ArbeitnehmerInnen, die sich wehren, erniedrigen und einschüchtern, zeigt, wie wichtig die solidarische Unterstützung einer Gewerkschaft im Arbeitskampf ist.

Vortrag: Streikrecht als Menschenrecht – Gewerkschaftliche Gegenwehr und Arbeitsrecht

Die lohnabhängig Beschäftigten, die grosse Mehrheit der modernen Gesellschaften, sind hartem Druck der Konkurrenz auf ihre Lebensverhältnisse ausgesetzt. Sie sind auf gemeinschaftliche Verteidigung ihrer Interessen angewiesen, auf gewerkschaftliche Organisation und kollektive Aktion, um diesem  Druck etwas entgegensetzen zu können.

Organisierung und kollektive Interessenwahrnehmung sind in vielen Formen möglich. Sie sind jedoch in letzter Instanz davon abhängig, dass sie durch Streik oder andere Massnahmen des Arbeitskampfes auch durchgesetzt werden können. Unter welchen Voraussetzungen ist ein Arbeitskampf erlaubt? Wie muss er organisiert sein? Welche Risiken geht man dabei ein? Wer hat überhaupt das Recht, einen Streik zu führen?

Diese rechtlichen Rahmenbedingungen, wie sie das geltende Arbeitskampfrecht setzt, sollen auf diesem Vortrag erläutert werden. Er richtet sich an gewerkschaftlich Aktive, an Betriebstätige aller Art sowie an alle Interessierten und soll praktische Anregungen sowie ein tieferes Verständnis der Probleme des deutschen und europäischen Arbeitsrechts geben.

29.06.2019, 16.00 Uhr

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
Olvenstedter Str. 10
39108 Magdeburg

Vortrag und Diskussion: Gewerkschaft und Feminismus

Vortrag und Diskussion: Gewerkschaft und Feminismus – zwei Paar Schuhe oder der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

Ein Plädoyer für mehr feministisches (Selbst-)Bewusstsein in gewerkschaftlicher Arbeit und für mehr feministische Arbeitskämpfe

Vortrag und Diskussion mit der AG Feministische Kämpfe der Freien Arbeiter*innen Union Dresden

Beim Thema Gewerkschaft und Feminismus fällt den meisten zuerst „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ein, und weiter … nicht viel. Schade eigentlich! Feminismus ist nicht nur Rollenkritik, Identitätswahl oder Sprachproblem – Gewerkschaft muss kein miefiger Männerbund sein. Wir finden, beides sollte aufeinander bezogen und konsequent zusammen gedacht werden. Für einen syndikalistischen Feminismus!

Veranstaltung im Rahmen der Kampagne *Jeder Tag ist Kampftag! – Magdeburg*<https://jedertagistkampftagmd.noblogs.org/>, einer Veranstaltungsreihe der Frauen*vernetzung Magdeburg rund um den 8. März 2019.

19.03.2019, 19 Uhr

BUND, Olvenstedter Str. 10, 39108 Magdeburg

Redebeitrag der FAU zum Feministischen Kampftag

Heute ist Internationaler Frauenkampftag. Schon seit über 100 Jahren streiken, streiten und kämpfen wir für unsere Rechte und gegen jede Unterdrückung. Über die Welt breitet sich eine Bewegung von streikenden Frauen* aus, von Polen bis Argentinien, von New York bis Hongkong, von Spanien über Nigeria bis Australien. Auch wir sehen Grund zum Streik und sagen: Es reicht!

Lasst uns heute und in Zukunft am 8. März zusammen streiken!

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Ständig werden wir diskriminiert, unterdrückt und ausgebeutet. Wir werden tagtäglich mit verletzenden Witzen, Kommentaren, Übergriffen und körperlicher Gewalt klein gemacht.

Unsere Arbeit wird geringgeschätzt und noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 22% weniger als Männer.

Nicht nur das! Zu Hause übernehmen wir unzählige Stunden an Erziehungs-, Haushalts- und Pflegearbeit. Manche von uns tun dies auch schlecht bezahlt im Zuhause anderer.

Im Alter kommen wir mit unserer Rente kaum oder gar nicht über die Runden.

In der Familie, in Freundschaften, auf der Arbeit und in der Partnerschaft leisten wir viel emotionale Unterstützung und übernehmen einen Großteil der Beziehungsarbeit.

Zwei Drittel der gesamten Arbeitsstunden der Welt sind heute unbezahlte Aktivitäten, die fast ausschließlich von Frauen geleistet werden.

So verschieden wir sind, wir sind alle Arbeiterinnen*, weil wir arbeiten müssen – egal ob mit dem Kinderwagen, dem Schraubenschlüssel, dem Computer oder dem Besen in der Hand, ob wir dafür einen Lohn bekommen oder nicht. Es wird von uns erwartet, dass wir diese Arbeit klaglos, unbeachtet und wie selbstverständlich mit einem Lächeln erledigen.

Feminismus und langfristige Organisierung sind kein Widerspruch!

Wir, die Freie Arbeiter_innen Union (FAU) streben als selbstorganisierte Basisgewerkschaft von Lohnabhängigen danach, unsere Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Das schaffen wir durch gegenseitige Hilfe im Alltag und gewerkschaftliche Kämpfe. Wir wollen den Kapitalismus und das Patriarchat überwinden. Diese Kämpfe müssen ebenfalls gegen Rassismus und transnationale Ausbeutung gerichtet sein, da all diese Herrschaftsverhältnisse miteinander verwoben sind.

Langfristige und verbindliche Strukturen wie Gewerkschaften sind wesentlich, um unsere Lage zu verbessern und Solidarität zu ermöglichen. Über die Mitgliedsbeiträge können Kassen aufgebaut werden, um Lohnausfälle bei einem Arbeitskampf auszugleichen, aber auch Treffen oder Infomaterial zu finanzieren. Gewerkschaftsmitglieder werden die Kämpfe anderer auch praktisch unterstützen, bei Aktionen anwesend sein, die Kinder der betroffenen Personen betreuen oder Essen besorgen. Außerdem können Erfahrungen über Aktionen, Arbeitskampfmaßnahmen und deren Durchführung nicht nur gesammelt, sondern auch weitergegeben werden. Rechtliches Wissen bleibt nicht Expert_innen vorbehalten, sondern wird unter Mitgliedern verbreitet.

Unser Ziel ist die Befreiung von jeder Ausbeutung, Unterdrückung und Herrschaft. Symbolische Aktionen und Appelle an die Politik reichen nicht aus, um diese Ziele zu erreichen. Nur durch kollektives Handeln können wir soziale Emanzipation und Selbstbestimmung erreichen. Streik, das Verweigern von (bezahlter oder unbezahlter) Arbeit, ist dabei unser wirksamstes Mittel.

Deshalb streiken wir am 8. März, indem wir

… nicht zur Arbeit gehen.

… Kinderbetreuung und Hausarbeit liegen lassen.

… andere nicht umsorgen und nicht für alle mitdenken.

… nicht zur Schule, Berufsschule oder Hochschule gehen.

… uns versammeln, austauschen und Pläne für unsere Zukunft schmieden.

… solidarisch mit allen streikenden Menschen sind.

Deshalb rufen wir alle zur Beteiligung an der weltweit wachsenden feministischen Streikbewegung auf. Gemeinsam mit unseren internationalen Schwesterngewerkschaften werden wir Solidarität zeigen mit allen Frauen* und von Sexismus betroffenen Menschen weltweit. Wir wollen die alltäglichen Kämpfe unterstützen, egal ob zu Hause, im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz.

Organisieren wir uns gemeinsam für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen – für alle!

Redet mit euren Kolleg*innen, Freund*innen, Nachbar*innen, Müttern, Großmüttern, Tanten und Schwestern! Werdet gemeinsam aktiv! Sammelt Euch, lernt einander kennen, hört einander zu! Organisiert euch! Lasst uns Streik-Komitees an allen Orten gründen, auch hier in Magdeburg!

Feminismus in die Offensive – Wir fangen gerade erst an!

Am 8. März auf die Straße!

Wir rufen zur Teilnahme an der Demonstration auf!

8. März 2019 – Demonstration – 17 Uhr, Alter Markt

Bild könnte enthalten: Text

Auf ruf des Feministischen Kollektivs Magdeburg:

Im Jahr 1919 kämpften Frauen* gemeinsam für ihr Wahlrecht und 100 Jahre später müssen wir beobachten, wie reaktionäre Kräfte weltweit erstarken und bestehende Ungerechtigkeiten nicht nur gefestigt, sondern auch bereits Erkämpftes wieder bedroht wird.

#KristinaHänelUltras
Ebenso alt wie die Kämpfe um das Frauen*wahlrecht sind die Kämpfe um das Abtreibungsrecht. Als Relikt aus dem Kaiserreich wird ein Schwangerschaftsabbruch immer noch als Straftat (nach §218 StGB) behandelt. Ärzt*innen dürfen (nach §219a) nicht darüber informieren, dass sie Abtreibungen durchführen. Der Zugang zu legalen Abtreibungen ist daher immens erschwert. Nichtsdestotrotz widersetzen sich Ärzt*innen, um über die Möglichkeiten zu informieren oder es gründen sich selbstorganisierte „Untergrund“-Strukturen, um Menschen mit Uterus zu beraten. An verschiedensten Stellen zeigt sich Protest für ein selbstbestimmtes Leben – und der wird in Zukunft noch lauter und sichtbarer werden (müssen)!

#UniteResistFeminist
Weltweit erlebt fast jede Frau* im Laufe ihres Lebens Gewalt – besonders in Familien und Beziehungen. Diese Fälle werden von staatlichen Strukturen oft nicht ernst genommen und die Betroffenen müssen sogar damit rechnen, der Mitschuld bezichtigt zu werden. Sexualisierte Gewalt ist eine permanente Bedrohung – sei es auf der Straße, der Flucht oder sogar in den eigenen vier Wänden. Women* of Color werden aufgrund ihrer sozialen Markierung in dieser weißen Gesellschaft exotisiert und sind somit nicht nur Sexismus, sondern auch Rassismus ausgesetzt. Zudem verhindert der Gedanke einer zweigeschlechtlichen und heterosexuellen Gesellschaftsordnung gewaltsam Lebensentwürfe. Doch auch diesbezüglich zeigt sich immer mehr Widerstand, etwa in Form von Wendo-Kursen, Girl Gangs oder selbstorganisierten female* refugees.

#YouCantKeepUsDown
Kapitalismus und Patriachat sind dafür verantwortlich, dass Frauen* immer noch schlechter als Männer* bezahlt werden – auch wenn sie die gleiche Tätigkeit ausüben. Frauen* sind mehr von prekären Arbeitsverhältnissen im Niedriglohnsektor, Teilzeitjobs sowie Altersarmut betroffen. Neben dem ausbeuterischen Lohnarbeitsverhältnis sind sie nachwievor für die unbezahlte Sorge- und Hausarbeit zuständig. Aus diesen Gründen haben 2018 über 6 Millionen Menschen beispielsweise in Spanien gestreikt, um auf die ungleiche Ressourcen- und Machtverteilung aufmerksam zu machen.

Von dieser Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung profitiert eine gesellschaftliche Ordnung, in der die Norm männlich, cis-geschlechtlich, weiß, abled, bürgerlich und heterosexuell ist. Alles was von ihr abweicht, wird abgewertet. Das nehmen wir nicht hin! Kommt mit uns am 08. März 2019 auf die Straße! Für ein selbstbestimmtes, schönes Leben sowie identitätssensibles und solidarisches Miteinander – ohne Macker, Patriärsche und Ausbeutung!

8. März 2019 – Demonstration – 17 Uhr, Alter Markt

After-Action-Konzert – ab 19 Uhr, Insel der Jungend, Maybachstraße

Am 9. März Gewerkschaftsdemo zum Frauenknast Chemnitz!

Als FAU Magdeburg unterstützen wir den folgenden Demonstrations-Aufruf.

Zugtreffpunkt: 8:45 Uhr,  ZOB MD
Abfahrt: 9:14 Uhr, Gleis 8, Hauptbahnhof

Aufruf zur Demonstration zur Frauen-JVA Chemnitz

GG/BO Soligruppen: 9. März 2019 | 13:00 | vor dem Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude der TU Chemnitz in der Reichenhainer Straße

Seit 2017 organisieren wir, die Solidaritätsgruppen der Gefangenen-Gewerkschaft/Bundesweite Organisation, Solidaritätsdemonstrationen für die Gefangenen-Gewerkschafterinnen in der Frauen-JVA Chemnitz. Unterstützt werden wir von feministischen, anarchistischen und basisgewerkschaftlichen Gruppen und Organisationen. Anlass ist jeweils der Frauenkampftag am 8. März, also der Tag der Kämpfe der Frauen um Befreiung und Gerechtigkeit, auch der Frauen, die in der JVA Chemnitz festgehalten werden. Dieses Jahr verorten wir uns dabei in der Bewegung für einen Frauen*streik.

Seit 2018 engagieren sich viele Gefangene der JVA innerhalb der GG/BO und mit einigen von ihnen stehen wir in regem Kontakt. Sie protestieren gegen die völlig unzureichende medizinische Versorgung, gegen die Folgen aus Überbelegung und Personalmangel wie verkürzte Aufschlusszeiten, Wegfall von Freizeitangeboten usw. Sie fordern wie ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen JVAs Mindestlohn, Einbezug in die Sozialversicherungssysteme und volle Gewerkschaftsfreiheit. Dabei vernetzen sie sich sowohl mit anderen engagierten Gefangenen als auch mit den Solidaritätsgruppen der Gefangenen-Gewerkschaft.

Ende 2018 hat die Nachricht für Wirbel gesorgt, dass Beate Zschäpe – NSU-Mitglied, Neonazi und Terroristin – in diesem Jahr in die JVA Chemnitz verlegt werden soll. Das ist für uns noch ein Grund mehr, am 9. März 2019 vor die JVA zu ziehen und den gefangenen Gewerkschafterinnen unsere Solidarität zu zeigen. Denn es sind sie, die in der Knastgesellschaft für Zusammenhalt unter allen Gefangenen und für die Solidarität mit den Unterdrückten einstehen. Damit bieten Sie eine Alternative zum Teile-und-Herrsche zwischen verschiedenen Gefangenen-Gruppen und leisten Widerstand gegen den Rassismus gegen migrantische Gefangene. Um Beate Zschäpe wird sich ein Kreis von Sympathisantinnen und Unterstützerinnen bilden – was wir dagegen tun können, ist, eine Alternative, konkret die Gefangenen-Gewerkschaft in der JVA Chemnitz, zu unterstützen!

Zu diesem Zweck rufen wir Alle auf, sich der Demonstration anzuschließen. Wir würden uns sehr über kurze Grußworte und Botschaften von Gruppen und Organisationen freuen, die wir dann vor der JVA verlesen und im Anschluss an die gefangenen Gewerkschafterinnen reinschicken können. Weiterhin wollen wir wie auch die letzten Jahre Postkarten und Briefe schreiben und nach der Demonstration für sie einwerfen. Wir stellen Postkarten und Stifte. Ihr könnt aber auch vorgefertigte Karten und Briefe mitbringen. Außerdem möchten wir dieses Mal ein Gruppenbild schießen und würden uns sehr freuen, wenn ihr mitmacht – gerne auch mit Gesicht. Auf dem Bild und auch auf der Demonstration insgesamt sind Fahnen und Symbole von Parteien und Staaten unerwünscht.

In den letzten beiden Jahren hat die Polizei jeweils am Ende unsere Demonstration angegriffen, Leute geschlagen und angezeigt. Die Gewalt ging dabei klar von der Polizei aus. Wir werden uns also auch für den 9. März 2019 darauf einstellen müssen, von der Polizei verhöhnt, provoziert, schikaniert und geschlagen zu werden. Lassen wir uns davon nicht einschüchtern! Wir wollen während der Demonstration und auch im Anschluss zusammenhalten und niemanden gegenüber der Gewalt des Staates allein lassen.

Wenn ihr die Demonstration unterstützen wollt, nehmt gerne Kontakt mit uns auf. Ihr könnt dazu die GG/BO-Soligruppe Jena unter ggbo-soli-jena[ät]riseup.netanschreiben.

Solidarität mit den Gefangenen-Gewerkschafterinnen in der JVA Chemnitz!

GG/BO Soligruppe Berlin
GG/BO-Soligruppe Jena
GG/BO-Soligruppe Leipzig
GG/BO Soligruppe Nürnberg

Jena, 21. Januar 2019

PATRIARCHAT BESTREIKEN – Gewerkschafter*innen für eine feministische Streikbewegung

 

Im Rahmen des „Internationalen Frauen*kampftags“ am 8. März fanden in den letzten Jahren zahlreiche Proteste, Demonstrationen, direkte Aktionen und Streiks statt. In mehr als 40 Ländern auf der ganzen Welt, unter anderem in Spanien, den USA, Südkorea, Italien, Polen und Argentinien, sind Frauen, inter, trans und nichtbinäre Menschen immer wieder auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen Gewalt und Unterdrückung, gegen Einschränkung ihrer reproduktiven Rechte und gegen herrschende Ungleichheiten und Diskriminierung in der Arbeitswelt. Obwohl im Zuge des Rechtsrucks feministische Bewegungen und ihre Errungenschaften bekämpft werden, schließen sich immer mehr Menschen diesen Protesten an. Im letzten Jahr haben sie ihren bisherigen Höhepunkt in Spanien erreicht, wo sich mehrere Millionen Menschen in zahlreichen Orten am Generalstreik beteiligten. Auch unsere Schwesterngewerkschaften aus Spanien (CNT) und Polen (IP) nahmen aktiv an den Frauen*streiks teil.

Als selbstorganisierte Basisgewerkschaft von Lohnabhängigen (also Arbeiter_innen, Angestellten, Gefangenen, Selbstständigen, Erwerbslosen, Hausfrauen*/-männer*, Rentner_innen, Schüler_innen, Studierende, …) streben wir danach, unsere Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Das schaffen wir durch gegenseitige Hilfe im Alltag und gewerkschaftliche Kämpfe. Wir streben danach, den Kapitalismus und das Patriarchat zu überwinden. Diese Kämpfe müssen ebenfalls gegen Rassismus und transnationale Ausbeutung gerichtet sein, da all diese Herrschaftsverhältnisse miteinander verwoben sind.
Unser Ziel ist die Befreiung von jeder Ausbeutung, Unterdrückung und Herrschaft. Streik, das Verweigern von (bezahlter oder unbezahlter) Arbeit, ist dabei unser wirksamstes Mittel. Nur durch kollektives Handeln können wir soziale Emanzipation und Selbstbestimmung erreichen.

Deshalb rufen wir alle zur Beteiligung an der weltweit wachsenden feministischen Streikbewegung auf. Gemeinsam mit unseren internationalen Schwesterngewerkschaften werden wir Solidarität zeigen mit allen Frauen* und von Sexismus Betroffenen weltweit. Wir wollen die alltäglichen Kämpfe unterstützen, egal ob zu Hause, im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz. Organisieren wir uns gemeinsam für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen – für alle!

Feminismus in die Offensive – Wir fangen gerade erst an!

fem*fau
feministische AG in der Freien Arbeiter*innen-Union (FAU)
femfau-kontakt@fau.org

* „Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.“ Simone de Beauvoir