Die Revolution in Magdeburg

Die Ereignisse im November 1918 bis zum April 1919 in Magdeburg – Vortrag und Diskussion

Am Donnerstag, den 4. April, 19:00 Uhr in den Räumen des BUND, Olvenstedter Str. 10, 39108 Magdeburg

Die Revolution in Magdeburg
Die Revolution in Magdeburg Volksstimme-Titelseite vom 9.11.1919

Anlässlich des 100. Jahrestages der Novemberrevolution in Deutschland werden die damaligen Ereignisse in Magdeburg nachgezeichnet. Obwohl die Stadt nicht zu den Zentren der revolutionären Erhebung zählte, fanden auch hier einige Kämpfe und Umwälzungen statt. Während der Beginn der Revolution am 9. November 1918 noch vergleichsweise unspektakulär über die Bühne ging, gab es, als sich abzeichnete, dass die Erwartungen, die die ArbeiterInnen in diese gesetzt hatten, kaum erfüllt worden sind, einige Unruhen in der Stadt. Zunächste rebellierte die Soldaten gegen die versuchte Entmachtung der Soldatenräte im Januar 1919, im Februar 1919 gab es einige Hungerrevolten in der Stadt und im April wurden vom sozialdemokratischen Reichswehrminister Noske, der die Ausrufung einer Räterepublik in der Stadt durch eine „Soldatenverschwörung“ befürchtete, Truppen nach Magdeburg entsandt, die die widerständigen Arbeiter und Soldaten zur Räson bringen sollten – mit tragischen Folgen.

Vortrag und Diskussion: Gewerkschaft und Feminismus

Vortrag und Diskussion: Gewerkschaft und Feminismus – zwei Paar Schuhe oder der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

Ein Plädoyer für mehr feministisches (Selbst-)Bewusstsein in gewerkschaftlicher Arbeit und für mehr feministische Arbeitskämpfe

Vortrag und Diskussion mit der AG Feministische Kämpfe der Freien Arbeiter*innen Union Dresden

Beim Thema Gewerkschaft und Feminismus fällt den meisten zuerst „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ein, und weiter … nicht viel. Schade eigentlich! Feminismus ist nicht nur Rollenkritik, Identitätswahl oder Sprachproblem – Gewerkschaft muss kein miefiger Männerbund sein. Wir finden, beides sollte aufeinander bezogen und konsequent zusammen gedacht werden. Für einen syndikalistischen Feminismus!

Veranstaltung im Rahmen der Kampagne *Jeder Tag ist Kampftag! – Magdeburg*<https://jedertagistkampftagmd.noblogs.org/>, einer Veranstaltungsreihe der Frauen*vernetzung Magdeburg rund um den 8. März 2019.

19.03.2019, 19 Uhr

BUND, Olvenstedter Str. 10, 39108 Magdeburg

Redebeitrag der FAU zum Feministischen Kampftag

Heute ist Internationaler Frauenkampftag. Schon seit über 100 Jahren streiken, streiten und kämpfen wir für unsere Rechte und gegen jede Unterdrückung. Über die Welt breitet sich eine Bewegung von streikenden Frauen* aus, von Polen bis Argentinien, von New York bis Hongkong, von Spanien über Nigeria bis Australien. Auch wir sehen Grund zum Streik und sagen: Es reicht!

Lasst uns heute und in Zukunft am 8. März zusammen streiken!

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Ständig werden wir diskriminiert, unterdrückt und ausgebeutet. Wir werden tagtäglich mit verletzenden Witzen, Kommentaren, Übergriffen und körperlicher Gewalt klein gemacht.

Unsere Arbeit wird geringgeschätzt und noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 22% weniger als Männer.

Nicht nur das! Zu Hause übernehmen wir unzählige Stunden an Erziehungs-, Haushalts- und Pflegearbeit. Manche von uns tun dies auch schlecht bezahlt im Zuhause anderer.

Im Alter kommen wir mit unserer Rente kaum oder gar nicht über die Runden.

In der Familie, in Freundschaften, auf der Arbeit und in der Partnerschaft leisten wir viel emotionale Unterstützung und übernehmen einen Großteil der Beziehungsarbeit.

Zwei Drittel der gesamten Arbeitsstunden der Welt sind heute unbezahlte Aktivitäten, die fast ausschließlich von Frauen geleistet werden.

So verschieden wir sind, wir sind alle Arbeiterinnen*, weil wir arbeiten müssen – egal ob mit dem Kinderwagen, dem Schraubenschlüssel, dem Computer oder dem Besen in der Hand, ob wir dafür einen Lohn bekommen oder nicht. Es wird von uns erwartet, dass wir diese Arbeit klaglos, unbeachtet und wie selbstverständlich mit einem Lächeln erledigen.

Feminismus und langfristige Organisierung sind kein Widerspruch!

Wir, die Freie Arbeiter_innen Union (FAU) streben als selbstorganisierte Basisgewerkschaft von Lohnabhängigen danach, unsere Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Das schaffen wir durch gegenseitige Hilfe im Alltag und gewerkschaftliche Kämpfe. Wir wollen den Kapitalismus und das Patriarchat überwinden. Diese Kämpfe müssen ebenfalls gegen Rassismus und transnationale Ausbeutung gerichtet sein, da all diese Herrschaftsverhältnisse miteinander verwoben sind.

Langfristige und verbindliche Strukturen wie Gewerkschaften sind wesentlich, um unsere Lage zu verbessern und Solidarität zu ermöglichen. Über die Mitgliedsbeiträge können Kassen aufgebaut werden, um Lohnausfälle bei einem Arbeitskampf auszugleichen, aber auch Treffen oder Infomaterial zu finanzieren. Gewerkschaftsmitglieder werden die Kämpfe anderer auch praktisch unterstützen, bei Aktionen anwesend sein, die Kinder der betroffenen Personen betreuen oder Essen besorgen. Außerdem können Erfahrungen über Aktionen, Arbeitskampfmaßnahmen und deren Durchführung nicht nur gesammelt, sondern auch weitergegeben werden. Rechtliches Wissen bleibt nicht Expert_innen vorbehalten, sondern wird unter Mitgliedern verbreitet.

Unser Ziel ist die Befreiung von jeder Ausbeutung, Unterdrückung und Herrschaft. Symbolische Aktionen und Appelle an die Politik reichen nicht aus, um diese Ziele zu erreichen. Nur durch kollektives Handeln können wir soziale Emanzipation und Selbstbestimmung erreichen. Streik, das Verweigern von (bezahlter oder unbezahlter) Arbeit, ist dabei unser wirksamstes Mittel.

Deshalb streiken wir am 8. März, indem wir

… nicht zur Arbeit gehen.

… Kinderbetreuung und Hausarbeit liegen lassen.

… andere nicht umsorgen und nicht für alle mitdenken.

… nicht zur Schule, Berufsschule oder Hochschule gehen.

… uns versammeln, austauschen und Pläne für unsere Zukunft schmieden.

… solidarisch mit allen streikenden Menschen sind.

Deshalb rufen wir alle zur Beteiligung an der weltweit wachsenden feministischen Streikbewegung auf. Gemeinsam mit unseren internationalen Schwesterngewerkschaften werden wir Solidarität zeigen mit allen Frauen* und von Sexismus betroffenen Menschen weltweit. Wir wollen die alltäglichen Kämpfe unterstützen, egal ob zu Hause, im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz.

Organisieren wir uns gemeinsam für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen – für alle!

Redet mit euren Kolleg*innen, Freund*innen, Nachbar*innen, Müttern, Großmüttern, Tanten und Schwestern! Werdet gemeinsam aktiv! Sammelt Euch, lernt einander kennen, hört einander zu! Organisiert euch! Lasst uns Streik-Komitees an allen Orten gründen, auch hier in Magdeburg!

Feminismus in die Offensive – Wir fangen gerade erst an!

Am 8. März auf die Straße!

Wir rufen zur Teilnahme an der Demonstration auf!

8. März 2019 – Demonstration – 17 Uhr, Alter Markt

Bild könnte enthalten: Text

Auf ruf des Feministischen Kollektivs Magdeburg:

Im Jahr 1919 kämpften Frauen* gemeinsam für ihr Wahlrecht und 100 Jahre später müssen wir beobachten, wie reaktionäre Kräfte weltweit erstarken und bestehende Ungerechtigkeiten nicht nur gefestigt, sondern auch bereits Erkämpftes wieder bedroht wird.

#KristinaHänelUltras
Ebenso alt wie die Kämpfe um das Frauen*wahlrecht sind die Kämpfe um das Abtreibungsrecht. Als Relikt aus dem Kaiserreich wird ein Schwangerschaftsabbruch immer noch als Straftat (nach §218 StGB) behandelt. Ärzt*innen dürfen (nach §219a) nicht darüber informieren, dass sie Abtreibungen durchführen. Der Zugang zu legalen Abtreibungen ist daher immens erschwert. Nichtsdestotrotz widersetzen sich Ärzt*innen, um über die Möglichkeiten zu informieren oder es gründen sich selbstorganisierte „Untergrund“-Strukturen, um Menschen mit Uterus zu beraten. An verschiedensten Stellen zeigt sich Protest für ein selbstbestimmtes Leben – und der wird in Zukunft noch lauter und sichtbarer werden (müssen)!

#UniteResistFeminist
Weltweit erlebt fast jede Frau* im Laufe ihres Lebens Gewalt – besonders in Familien und Beziehungen. Diese Fälle werden von staatlichen Strukturen oft nicht ernst genommen und die Betroffenen müssen sogar damit rechnen, der Mitschuld bezichtigt zu werden. Sexualisierte Gewalt ist eine permanente Bedrohung – sei es auf der Straße, der Flucht oder sogar in den eigenen vier Wänden. Women* of Color werden aufgrund ihrer sozialen Markierung in dieser weißen Gesellschaft exotisiert und sind somit nicht nur Sexismus, sondern auch Rassismus ausgesetzt. Zudem verhindert der Gedanke einer zweigeschlechtlichen und heterosexuellen Gesellschaftsordnung gewaltsam Lebensentwürfe. Doch auch diesbezüglich zeigt sich immer mehr Widerstand, etwa in Form von Wendo-Kursen, Girl Gangs oder selbstorganisierten female* refugees.

#YouCantKeepUsDown
Kapitalismus und Patriachat sind dafür verantwortlich, dass Frauen* immer noch schlechter als Männer* bezahlt werden – auch wenn sie die gleiche Tätigkeit ausüben. Frauen* sind mehr von prekären Arbeitsverhältnissen im Niedriglohnsektor, Teilzeitjobs sowie Altersarmut betroffen. Neben dem ausbeuterischen Lohnarbeitsverhältnis sind sie nachwievor für die unbezahlte Sorge- und Hausarbeit zuständig. Aus diesen Gründen haben 2018 über 6 Millionen Menschen beispielsweise in Spanien gestreikt, um auf die ungleiche Ressourcen- und Machtverteilung aufmerksam zu machen.

Von dieser Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung profitiert eine gesellschaftliche Ordnung, in der die Norm männlich, cis-geschlechtlich, weiß, abled, bürgerlich und heterosexuell ist. Alles was von ihr abweicht, wird abgewertet. Das nehmen wir nicht hin! Kommt mit uns am 08. März 2019 auf die Straße! Für ein selbstbestimmtes, schönes Leben sowie identitätssensibles und solidarisches Miteinander – ohne Macker, Patriärsche und Ausbeutung!

8. März 2019 – Demonstration – 17 Uhr, Alter Markt

After-Action-Konzert – ab 19 Uhr, Insel der Jungend, Maybachstraße

Am 9. März Gewerkschaftsdemo zum Frauenknast Chemnitz!

Als FAU Magdeburg unterstützen wir den folgenden Demonstrations-Aufruf.

Zugtreffpunkt: 8:45 Uhr,  ZOB MD
Abfahrt: 9:14 Uhr, Gleis 8, Hauptbahnhof

Aufruf zur Demonstration zur Frauen-JVA Chemnitz

GG/BO Soligruppen: 9. März 2019 | 13:00 | vor dem Zentralen Hörsaal- und Seminargebäude der TU Chemnitz in der Reichenhainer Straße

Seit 2017 organisieren wir, die Solidaritätsgruppen der Gefangenen-Gewerkschaft/Bundesweite Organisation, Solidaritätsdemonstrationen für die Gefangenen-Gewerkschafterinnen in der Frauen-JVA Chemnitz. Unterstützt werden wir von feministischen, anarchistischen und basisgewerkschaftlichen Gruppen und Organisationen. Anlass ist jeweils der Frauenkampftag am 8. März, also der Tag der Kämpfe der Frauen um Befreiung und Gerechtigkeit, auch der Frauen, die in der JVA Chemnitz festgehalten werden. Dieses Jahr verorten wir uns dabei in der Bewegung für einen Frauen*streik.

Seit 2018 engagieren sich viele Gefangene der JVA innerhalb der GG/BO und mit einigen von ihnen stehen wir in regem Kontakt. Sie protestieren gegen die völlig unzureichende medizinische Versorgung, gegen die Folgen aus Überbelegung und Personalmangel wie verkürzte Aufschlusszeiten, Wegfall von Freizeitangeboten usw. Sie fordern wie ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen JVAs Mindestlohn, Einbezug in die Sozialversicherungssysteme und volle Gewerkschaftsfreiheit. Dabei vernetzen sie sich sowohl mit anderen engagierten Gefangenen als auch mit den Solidaritätsgruppen der Gefangenen-Gewerkschaft.

Ende 2018 hat die Nachricht für Wirbel gesorgt, dass Beate Zschäpe – NSU-Mitglied, Neonazi und Terroristin – in diesem Jahr in die JVA Chemnitz verlegt werden soll. Das ist für uns noch ein Grund mehr, am 9. März 2019 vor die JVA zu ziehen und den gefangenen Gewerkschafterinnen unsere Solidarität zu zeigen. Denn es sind sie, die in der Knastgesellschaft für Zusammenhalt unter allen Gefangenen und für die Solidarität mit den Unterdrückten einstehen. Damit bieten Sie eine Alternative zum Teile-und-Herrsche zwischen verschiedenen Gefangenen-Gruppen und leisten Widerstand gegen den Rassismus gegen migrantische Gefangene. Um Beate Zschäpe wird sich ein Kreis von Sympathisantinnen und Unterstützerinnen bilden – was wir dagegen tun können, ist, eine Alternative, konkret die Gefangenen-Gewerkschaft in der JVA Chemnitz, zu unterstützen!

Zu diesem Zweck rufen wir Alle auf, sich der Demonstration anzuschließen. Wir würden uns sehr über kurze Grußworte und Botschaften von Gruppen und Organisationen freuen, die wir dann vor der JVA verlesen und im Anschluss an die gefangenen Gewerkschafterinnen reinschicken können. Weiterhin wollen wir wie auch die letzten Jahre Postkarten und Briefe schreiben und nach der Demonstration für sie einwerfen. Wir stellen Postkarten und Stifte. Ihr könnt aber auch vorgefertigte Karten und Briefe mitbringen. Außerdem möchten wir dieses Mal ein Gruppenbild schießen und würden uns sehr freuen, wenn ihr mitmacht – gerne auch mit Gesicht. Auf dem Bild und auch auf der Demonstration insgesamt sind Fahnen und Symbole von Parteien und Staaten unerwünscht.

In den letzten beiden Jahren hat die Polizei jeweils am Ende unsere Demonstration angegriffen, Leute geschlagen und angezeigt. Die Gewalt ging dabei klar von der Polizei aus. Wir werden uns also auch für den 9. März 2019 darauf einstellen müssen, von der Polizei verhöhnt, provoziert, schikaniert und geschlagen zu werden. Lassen wir uns davon nicht einschüchtern! Wir wollen während der Demonstration und auch im Anschluss zusammenhalten und niemanden gegenüber der Gewalt des Staates allein lassen.

Wenn ihr die Demonstration unterstützen wollt, nehmt gerne Kontakt mit uns auf. Ihr könnt dazu die GG/BO-Soligruppe Jena unter ggbo-soli-jena[ät]riseup.netanschreiben.

Solidarität mit den Gefangenen-Gewerkschafterinnen in der JVA Chemnitz!

GG/BO Soligruppe Berlin
GG/BO-Soligruppe Jena
GG/BO-Soligruppe Leipzig
GG/BO Soligruppe Nürnberg

Jena, 21. Januar 2019

PATRIARCHAT BESTREIKEN – Gewerkschafter*innen für eine feministische Streikbewegung

 

Im Rahmen des „Internationalen Frauen*kampftags“ am 8. März fanden in den letzten Jahren zahlreiche Proteste, Demonstrationen, direkte Aktionen und Streiks statt. In mehr als 40 Ländern auf der ganzen Welt, unter anderem in Spanien, den USA, Südkorea, Italien, Polen und Argentinien, sind Frauen, inter, trans und nichtbinäre Menschen immer wieder auf die Straße gegangen. Sie protestierten gegen Gewalt und Unterdrückung, gegen Einschränkung ihrer reproduktiven Rechte und gegen herrschende Ungleichheiten und Diskriminierung in der Arbeitswelt. Obwohl im Zuge des Rechtsrucks feministische Bewegungen und ihre Errungenschaften bekämpft werden, schließen sich immer mehr Menschen diesen Protesten an. Im letzten Jahr haben sie ihren bisherigen Höhepunkt in Spanien erreicht, wo sich mehrere Millionen Menschen in zahlreichen Orten am Generalstreik beteiligten. Auch unsere Schwesterngewerkschaften aus Spanien (CNT) und Polen (IP) nahmen aktiv an den Frauen*streiks teil.

Als selbstorganisierte Basisgewerkschaft von Lohnabhängigen (also Arbeiter_innen, Angestellten, Gefangenen, Selbstständigen, Erwerbslosen, Hausfrauen*/-männer*, Rentner_innen, Schüler_innen, Studierende, …) streben wir danach, unsere Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern. Das schaffen wir durch gegenseitige Hilfe im Alltag und gewerkschaftliche Kämpfe. Wir streben danach, den Kapitalismus und das Patriarchat zu überwinden. Diese Kämpfe müssen ebenfalls gegen Rassismus und transnationale Ausbeutung gerichtet sein, da all diese Herrschaftsverhältnisse miteinander verwoben sind.
Unser Ziel ist die Befreiung von jeder Ausbeutung, Unterdrückung und Herrschaft. Streik, das Verweigern von (bezahlter oder unbezahlter) Arbeit, ist dabei unser wirksamstes Mittel. Nur durch kollektives Handeln können wir soziale Emanzipation und Selbstbestimmung erreichen.

Deshalb rufen wir alle zur Beteiligung an der weltweit wachsenden feministischen Streikbewegung auf. Gemeinsam mit unseren internationalen Schwesterngewerkschaften werden wir Solidarität zeigen mit allen Frauen* und von Sexismus Betroffenen weltweit. Wir wollen die alltäglichen Kämpfe unterstützen, egal ob zu Hause, im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz. Organisieren wir uns gemeinsam für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen – für alle!

Feminismus in die Offensive – Wir fangen gerade erst an!

fem*fau
feministische AG in der Freien Arbeiter*innen-Union (FAU)
femfau-kontakt@fau.org

* „Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.“ Simone de Beauvoir

 

Jeder Tag ist Kampftag! – Veranstaltungen rund um den 8. März

Ein Zusammenschluss aus Einzelpersonen und einzelnen weiblichen Mitgliedern von verschiedenen politischen Gruppen aus Magdeburg, an dem auch die FAU Magdeburg beteiligt ist, organisiert eine Veranstaltungsreihe rund um den Frauenkampftag 2019.

Alle Informationen und Termine findet ihr hier:

JederTagistKampftagMD.noblogs.org

Auch wir werden in diesem Rahmen zwei Veranstaltungen auf die Beine stellen:

Am 15.2.2019 zeigen wir den Film „Die Frauen der Solidarnosc“ und am 19.3.2019 besuchen uns die Genoss_innen der AG Feministische Kämpfe der FAU Dresden und referieren zu „Feminismus und Gewerkschaft“.

 

Filmvorführung: „Die Frauen der Solidarność“

19 Uhr, Infoladen Salbke (Libertäres Zentrum), Alt Salbke 144

Der Film „Die Frauen der Solidarność“ erzählt die bisher kaum beachtete Geschichte der in der polnischen Solidarność engagierten Frauen. Anfang der 1980er Jahre zählte die freie und selbstverwaltete Gewerkschaft „Solidarność“ über 10 Millionen Mitglieder. Die Hälfte davon waren Frauen. Viele von ihnen waren jahrelang in der Opposition aktiv. Nach dem offiziellen Verbot der Solidarność 1981 waren es in erster Linie Frauen, die die konspirativen Untergrundstrukturen aufbauten und die Bewegung weiterführten. Aber kaum eine von ihnen hatte eine Funktion in den Führungsgremien der Gewerkschaft inne. Die Solidarność und ihr langjähriger Anführer, der Friedensnobelpreisträger Lech Wałęsa, wurden zu Ikonen des gewerkschaftlichen und demokratischen Widerstands. Die Frauen, die sich unter erheblichen persönlichen Risiken und Opfern in der Solidarność engagierten, sind im öffentlichen Bewusstsein dagegen fast nicht präsent. Die Regisseurin Marta Dzido hat sich auf die Suche nach diesen vergessenen Frauen gemacht. Sie fragt nach ihrer Rolle in der Oppositionsbewegung in den 1970er und 1980er Jahren, nach ihren Motiven für ihr Engagement und zeichnet ihre Lebenswege nach der Wende 1989 nach. Sie versucht herauszufinden, warum die Erinnerung an die „weibliche Seite“ der Opposition so komplett in Vergessenheit geraten ist.

Trailer: https://de.labournet.tv/die-frauen-der-solidarnosc

Kundgebung: Solidarität mit dem Aufstand der Gelbwesten!

Kundgebung, Dienstag 05.02.19

Alter Markt, 16-18 Uhr

Der 5. Februar könnte zu einem wichtigen Tag für die Menschen in Frankreich werden. Die Gelbwesten-Bewegung ruft heute zu einem Generalstreik auf. Aus weitgehend unkoordinierten Protesten auf der Straße wird nun eine Ausweitung auf die Betriebe angestrebt, der Ort, wo die „Krisengewinner“ am wirksamsten getroffen werden können.
Die Bewegung entzündete sich im Protest gegen die „Ökosteuer“. Dies war ein weiterer Angriff der neoliberalen Regierung von Macron auf die unteren Schichten. Die Erhöhung der Benzinpreise, genauso wie die Arbeitsmarktreform 2017, trifft alle Lohnabhängigen. Die ersten Methoden des kollektiven Kampfes waren die Besetzungen von Kreisverkehren und Autobahnen, sowie allwöchentliche große Demonstrationen. Aber es wurde erkannt, dass das nur der Anfang der Selbstermächtigung über das eigene Leben sein kann. Diese Entwicklung inspirierte viele Menschen, sich mit „ihren“ – uns alle angehenden – Themen von Ökologie, Ökonomie, Bildung und Antisexismus in die sozialen Proteste einzubringen.
In den hiesigen Medien werden aber vor allem die Ausbrüche von Wut und Gewalt – der Demonstrierenden, nicht etwa der Polizei – in den Mittelpunkt der Berichterstattung gestellt. Dabei ist die Wut der Objekte von Macrons neoliberalem Projekt durchaus verständlich – und angesichts der alltäglichen Gewalt, die allein durch die schamlose Bereicherung einer Klasse von Kapitalisten, Managern und Politikerinnen und der daraus resultierenden zunehmenden Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten ausgeübt wird, mit Abstand das kleinere Übel.
Macron kommen diese Proteste denkbar ungelegen. Durch die Rücknahme einiger sozialer Grausamkeiten der jüngsten Vergangenheit versucht er, „sein“ wütendes Volk zu beruhigen. Gleichzeitig antwortet er mit mehr Polizeigewalt, Einschränkung der Demonstrations- und Meinungsfreiheit.
Die Menschen verstehen, dass der Parlamentarismus an seine Grenzen gelangt ist und erkennen, dass nur sie selbst in der Lage sind, über ihr Leben bestimmen. Sie organisieren sich nun in Basis-Versammlungen und schöpfen in ihnen neue Kraft. Inzwischen sind sie dabei, ihre Proteste landesweit in der „Versammlung der Versammlungen“ zu koordinieren. In Commercy kamen am letzten Januar-Wochenende über 100 selbstgewählte Delegationen aus dem gesamten Land zusammenkamen und riefen zu eben jenem Generalstreik auf.
Mit diesem Kampf für die Selbstermächtigung der Gelbwesten möchten wir uns heute hier solidarisieren, und ihnen zeigen, dass Menschen überall auf ihrer Seite stehen.

Kämpft weiter und haltet durch!
Gegen Ausbeutung – für eine solidarische Welt!

Redebeitrag der FAU Magdeburg : Wir sind nicht Volk, wir sind Klasse!

Gehalten anlässlich der Gegenproteste gegen den Nazi-Fackelmarsch am 19.01.2019

Grüßt euch Kolleginnen, Mitstreiterinnen, liebe Antifaschistinnen,

wir haben uns heute hier versammelt, weil es Faschisten – nach Jahren des heimlichen und internen Gedenkens – wieder wagen, ihren Geschichtsrevisionismus offensiv auf die Straße zu tragen. Sie wollen die Geschichte in ihrem Sinne verdrehen, die Bomberangriffe der Alliierten versuchen sie als größtes aller Kriegsverbrechen darzustellen. Der Bombenhagel auf die Rüstungsstadt Magdeburg wird nicht im Kontext der nationalsozialistischen Verbrechen gesehen. Ihre Propaganda ist klar: das Deutsche Reich war Opfer der Alliierten. Die Verbrechen der Faschisten werden relativiert, die Shoa geleugnet, die Ermordung von Millionen von Zivilisten und WiderstandskämpferInnen soll gerechtfertigt werden.

Das dürfen wir nicht hinnehmen. Wir dürfen den Neofaschisten keinen Meter schenken, sei es auf der Straße, in den Parlamenten oder am Arbeitsplatz.

Aber nicht nur den offenen Anhängern des geschichtlichen Faschismus gilt es eine klare Kante zu zeigen. Allen Feinden der befreiten Gesellschaft gilt es entgegen zu treten! Denn heute hier zu stehen kann nur ein Teil unseres antifaschistischen Kampfes sein.

Den Rechtsruck der Gesellschaft spüren alle von uns: Familienmitglieder, die völkischen Wahnsinn von sich geben oder Mobbing von nicht als „deutsch“ definierten KollegInnen. Aber auch medial drehen sich die Debatten immer mehr um rassistische Stereotypen, soziale Problematiken werden hingegen kaum noch thematisiert.

Die selbst ernannte Alternative für Deutschland weiß das für sich zu nutzen und zu befeuern. Mit ihrer völkischen und rassistischen Rhetorik versucht die AfD potentielle und reale VerliererInnen des Kapitalismus hinter sich zu versammeln. Sie stellen sich als revolutionär dar und behaupten, sie seien die einzige Opposition. Dabei interessiert es sie nicht, wie die realen Verhältnisse sind, solange sie sie nicht rassistisch ausschlachten können. Denn die kapitalistische Realität ist kein Problem für sie. Ihre Wahlprogramme verdeutlichen sogar, dass sie die Verhältnisse zugunsten des Kapitals zuspitzen wollen. Ihre Schwesterpartei in Österreich, die FPÖ, hat das mit der Arbeitsrechtsverschärfung 2017 bewiesen.

Die bürgerlichen Parteien haben in der AfD einen Wahlgegner entdeckt und versuchen jetzt ihnen das Wahlvolk wieder streitig zu machen. Dabei rückt auch ihre Politik immer weiter nach rechts. Das zeigen ständige Verschärfung des Asylrechts oder die neuen Polizeigesetze, die schärfsten seit 1945. Teile der CDU/CSU freuen sich darüber, dass sie endlich wieder öffentlich reaktionäre Parolen brüllen dürfen. Aber auch SPD, Grüne oder Die Linke haben Funktionäre, die nur nationale Interessen vertreten. Das beste Beispiel ist der Magdeburger Oberbürgermeister Trümper, der mal aus der SPD ausgetreten ist, weil sie nicht rassistisch genug war. Mittlerweile ist er wieder aufgenommen worden. Letztes Jahr hetzte er gegen Roma. Als gäbe es in Magdeburg nicht reale Probleme: die steigenden Mieten in Stadtfeld oder die ausbeuterischen und gewerkschaftsfeindliche Arbeitsbedingungen bei Enercon. Stattdessen wird der nächste Menschenschinder, in Form von Amazon, in der Stadt begrüßt.

Das der bürgerliche Parlamentarismus in der Krise ist, merken immer mehr Menschen. Aber statt diese Zweifel für unsere Sache zu nutzen, müssen wir mittlerweile Bestehendes verteidigen.

Leiharbeit, Hartz 4, prekäre Beschäftigung oder soziale Verdrängung gilt es zu bekämpfen. Unsere Aufgabe muss es sein, uns dagegen zu organisieren: im Betrieb, im Kiez, in der Schule oder im Freundeskreis. Mir müssen solidarisch und selbstorganisiert unsere Kämpfe für ein besseres Leben führen. Dabei dürfen wir nicht auf Staat, Parteien oder Funktionäre hoffen.

Der antifaschistische Kampf ist wichtig und entscheidend, aber er darf nicht alles sein. Antipatriarchale und antirassistische Kämpfe müssen gestärkt und vernetzt werden, aber auch der Arbeitsalltag gibt genug Gründe zu kämpfen: Lohnzurückhaltung, Arbeitsverdichtung oder Befristungen sind nur wenige Beispiele von vielen. Wir müssen begreifen, dass dies keine individuellen Probleme sind, sondern Auswirkungen der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Dies können wir nur kollektiv verändern.

Darum bildet euch, bildet andere, bildet Syndikate!

Wir sind nicht Volk, Wir sind Klasse!

Kampf dem Faschismus heißt Kampf dem Kapital!