Am 2. Mai ist Kampftag der Erwerbslosen!

Seit 2004 findet, zusätzlich zum 1. Mai, der 2. Mai als Kampftag der Erwerbslosen statt. In Magdeburg veranstalten wir zu diesem Anlass eine Kultur-Kundgebung in der Nähe des Jobcenters. Es wird Infostände, Beratungen, eine „Küche für {A}alle“ und musikalische Begleitung geben.

Wir, die Erwerbslosen der Freien Arbeiter:innen Union (FAU) Magdeburg, wollen auf die Probleme von Menschen, die nicht mehr (Lohn)arbeiten können bzw. dürfen oder nicht wollen aufmerksam machen – und darüber hinaus langfristig eine Möglichkeit des Widerstands aufbauen.

Wir Erwerbslose werden auf den Ämtern gegängelt und gedemütigt. Unnötige Maßnahmen, Überwachung und Sanktionen sind nur einige Werkzeuge, mit denen wir bedrängt werden. Es geht nur darum, uns zu nötigen, jeden Job anzunehmen, egal wie mies die Bedingungen sind. Um dieser Schikane zu entkommen und unsere Rechnungen sicher zahlen zu können, nehmen viele von uns lieber schlechte Jobs an. Das schreckt auch ab, für besser Arbeitsbedingungen zu kämpfen, denn eine Kündigung bedeutet schnell Hartz IV – und somit Armut.

All das soll bewusst den Niedriglohnsektor fördern. Gerade das „Aufstocken“ durch das Jobcenter ist nichts anderes, als vom Staat geförderte Lohndrückerei. Davon profitieren Unternehmen, da sie so Kosten sparen können. Jobcenter-Maßnahmen und sogenannte „Behinderten Werkstätten“ ersetzen teilweise reguläre Jobs und zahlen dabei nicht einmal den Mindestlohn.

Betroffen sind besonders häufig Frauen, Kinder, alleinerziehende, migrierte, behinderte und erkrankte Menschen. Diese sind noch schwerer von dem viel zu niedrigen Regelsatz betroffen, da sie zusätzliche Lebenshaltungskosten haben oder durch das System in anderer Weise benachteiligt sind.

Die Corona-Pandemie hat die Probleme weiter verschärft. So gab es 2020 eine Einmalzahlung von gerade einmal 150 Euro. Damit sollten die Hygienemaßnahmen finanziert werden und die steigende Inflation getragen werden. Die Strom- und Heizkosten sollen durch den eigenen Verzicht gesenkt werden. Es ist eine Frechheit, dass Erwerbslose eher frieren sollen, bevor Leistungen erhöht werden.

Von dem Wahlversprechen der Ampel-Regierung, Hartz-IV hinter sich zu lassen, ist nichts übriggeblieben. Weiter wird sanktioniert, Regelsätze werden um lächerliche 3 Euro erhöht und völlig unzureichende Sozialschutzpakete geschnürt. Und auch bei dem Bürgergeld wird nur der Name geändert, statt das Sozialsystem verbessert.

Wir rufen auf sich gegen den Zwang zur Erwerbsarbeit, gegen sinnentfremdete, unterbezahlte Arbeit und das Hartz-System zu organisieren. Aus Solidarität mit uns allen, die direkt oder indirekt davon bedroht sind, schließt euch uns an und kommt zu unserer Kundgebung!

Am: 02.05.22
Wann: 13:00 bis 16:00 Uhr
Wo: Ecke Otto-von-Guericke-Straße / Ernst-Reuter-Allee

Organisieren, bilden, handeln und kämpfen – Aktionen zum 1. Mai 2022

Seit dem Streik tausender Arbeiter:innen am 1. Mai 1886 in Chicago und der darauffolgenden Verurteilung von mehreren Anarchisten zum Tode, gilt der 1. Mai weltweit als Kampftag unserer Klasse. Jedes Jahr gehen weltweit Menschen an diesem Tag auf die Straße, um für das Recht auf Arbeit und für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Doch das Recht auf Arbeit heißt im Kapitalismus und in der sozialen Marktwirtschaft immer noch, dass Arbeitskräfte für die Gewinnmaximierung unterdrückt und ausgebeutet werden. Wir stehen deshalb nicht dafür ein, unter besseren Arbeitsbedingungen weiterhin ausgebeutet zu werden, sondern gehen am 1. Mai auf die Straße in Erinnerung der kämpfenden Genoss:innen von 1886 – wir bleiben unversöhnlich!

Aber das allein reicht nicht aus – wir müssen uns bilden, organisieren und kämpfen! Die Freie Arbeiter:innen Union (FAU) Magdeburg veranstaltet deshalb rund um den 1. Mai 2022 mehrere Aktionen:

Was war los in Bornheim?
Vortrag zum Streik bei „Spargel Ritter“ im Mai 2020
24.04. // 15:00 Uhr // Stadtteilladen Mitmischen, Maxim-Gorki-Straße 40, 39108 Magdeburg

Das ist ja wohl das Mindeste!
Vortrag der FAU Magdeburg zu arbeitsrechtlichen Mindeststandards
25.04. // 18 Uhr // Uni Gebäude G22A, Pfälzer Straße 5,39106 MD, Raum 211

Einführung in Begleitungen zu Jobcenter-Terminen
Schulung zur Selbstermächtigung im Jobcenter. Die Veranstaltung ist auf marginalisierte Geschlechter (FLINTA) beschränkt.
27.04. // 11:00 Uhr // Stadteilladen Mitmischen, Maxim-Gorki-Straße 40, 39108 Magdeburg

Workers Memorial Day
Den Toten gedenken, für die Lebenden kämpfen.
28.04. // Ganzen Tag // Stadtweit

Kampftag der Arbeiter:innen Klasse
Demonstrationen in Magdeburg
01.05. // Ganzen Tag // Stadtweit

Kampftag der Erwerbslosen
Kundgebung mit Redebeiträge, Beratungen und Musik
02.05. // 13 bis 16 Uhr // Otto-von-Guericke-Straße Ecke Ernst-Reuter-Allee

Offener Stammtisch der FAU MD
03.05. // ab 20 Uhr // Kunstkneipe Nachdenker, Olvenstedter Str. 43, 39108 Magdeburg

Einführung in Begleitungen zu Jobcenter-Terminen für FLINTA

Vortrag am 27.04.22 von 11 bis 13 Uhr

Wieder ein Jobcenter-Termin und wieder kommt die Angst vor bohrenden Fragen und möglichen Sanktionen hoch? Auch hier hat die FAU Magdeburg eine kollektive Lösung: Mitglieder begleiten Mitglieder gegenseitig zum Amt! In diesem Vortrag zeigt ein Mitglied der Erwerbslosen-AG, worauf es dabei ankommt – von rechtlichen Grundlagen bis hin Tricks im Umgang mit Forderungen und Sachbearbeiter:innen. Gemeinsam dem Jobcenter die Zähne ziehen!

Der Vortrag richtet sich vor allem an erwerbslose Menschen. Vorwissen ist nicht nötig.

Die Veranstaltung ist auf marginalisierte Geschlechter (FLINTA) beschränkt. Testet euch bitte im Vorfeld oder vor Ort.

27.04.22 von 11 bis 13 Uhr / Stadtteilladen Mitmischen / Maxim-Gorki-Str. 40, 39108 Magdeburg

Das ist ja wohl das Mindeste!

Vortrag der FAU Magdeburg zu arbeitsrechtlichen Mindeststandards am 25. Mai.

Viele Studierende müssen jobben. Oft arbeiten sie in sogenannten Minijobs oder kurzfristige Beschäftigungen. Geringe Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen sind dort weit verbreitet. Bezahlter Urlaub, Vergütung von Überstunden oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall? Oft Fehlanzeige, gerade für junge Menschen oder Studierende. Doch auch für (Mini-)Jobber:innen oder studentische Hilfskräfte gelten arbeitsrechtliche Mindeststandards. Leider sind Verstöße dagegen an der Tagesordnung. Anstatt sich über den Tisch ziehen zu lassen, zeigt die AG Gewerkschaftliche Aktion der FAU Magdeburg: Ihr könnt euch dagegen wehren!

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Was war los in Bornheim?

Im Mai 2020 sind auf dem Spargelhof „Ritter“ in Bornheim bei Bonn weit über 100 Erntehelfer:innen in den Arbeitskampf gegen ihre Bosse getreten – selbstorganisiert und plötzlich. Dabei sind sie von der FAU Bonn tatkräftig unterstützt worden. Das Syndikat koordinierte Demos und vermittelte Anwälte an die Helfer:innen. Im Anschluss wurden zahlreiche Verfahren vor dem Arbeitsgericht angestrengt.

Im April 2021 dann der Erfolg: Außergerichtliche Einigung auf 100.000€ Lohnauszahlungen.
Zwei beteiligte FAU-Mitglieder werden am 24. April über den Ablauf des Streiks, die gewerkschaftliche Unterstützung und ihre ganz persönlichen Eindrücke berichten.
Der Vortrag wird in Präsenz stattfinden, aber auch online gestreamt.

Wann: 24.04, 15:00 Uhr
Wo: Stadteiladen Mitmischen, Maxim-Gorki-Straße 40, 39108 Magdeburg
Link zur Onlineteilnamen: bit.ly/FAU-MD-Vortrag

FAU Magdeburg vs. Domino’s: 2.000 Euro Lohnnachzahlung für unser Mitglied!

Im Fall der ausstehenden Löhne bei Domino’s gibt es nun auch in der eigentlichen Sache gute Nachrichten: Die Pizziano Magdeburg Altstadt GmbH und unser Mitglied haben sich auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt. Demnach zahlt die Domino’s-Franchisenehmerin die ausstehenden Löhne in fast voller Höhe nach – rund 2.000 Euro. Zusätzlich müssen die Betreiber:innen auch für ihre Anwaltskosten und die Kosten des erfolglosen Verfahrens über die einstweilige Verfügung aufkommen.

Für uns ist klar: Die Einhaltung arbeitsrechtlicher Mindeststandards ist Pflicht. Über kurz oder lang werden wir bekommen, was uns Lohnabhängigen zusteht. Das hätten die Chef:innen einfacher und billiger haben können. Wir sind gespannt, ob sie daraus lernen – und bereit, falls sie es nicht tun!

Weitere Infos zum Fall findet ihr hier, die Hintergründe zur einstweiligen Verfügung hier.

Spendenaufruf für die Menschen in Myanmar

Seit dem Putsch in Myanmar, im Februar 2021, ist in Myanmar die Militär-Junta an der Macht. Gegen diese Unrechtsregierung wehrt sich seitdem die Bevölkerung Myanmars.

Jetzt sehen sich viele von Ihnen Repression und Verfolgung ausgesetzt. Um dagegen vorzugehen und den Betroffenen zu helfen, hat die FGWM, eine Gewerkschaft aus Myanmar, einen Spendenaufruf in Zusammenarbeit mit einigen Schwestersyndikaten der FAU gestartet. Wir rufen dementsprechend dazu auf, den Unterdrückten in Myanmar solidarisch zur Seite zu stehen.
Das Geld wird für die Bereitstellung von sicheren Unterkünften, das Drucken von Aufklebern/Flyern und Bannern, logistische Zwecke und die Unterstützung von Widerstandsgruppen verwendet werden.

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FAU Magdeburg vs. Domino’s: Einstweilige Verfügung abgeschmettert!

Die Freie Arbeiter:innen Union (FAU) Magdeburg darf weiterhin rechtmäßig über die Missstände in den Domino’s-Filialen in Magdeburg-Altstadt und Stadtfeld berichten.

Bei der Güteverhandlung am Landgericht am vergangenen Montag, 31. Januar 2022, sind die Richter:innen der Argumentation der FAU Magdeburg in weiten Teilen gefolgt. Die Tatsachen in der Pressemitteilung vom 03.12.2021 können von der Gewerkschaft durch Zeugenaussagen, gespeicherte Chatverläufe und aufbewahrte Dienstpläne bewiesen werden. Die FAU Magdeburg darf also weiterhin die Verstöße gegen das Arbeitsrecht geltend machen und darüber berichten. Dabei geht es unter anderem um fehlenden Nachtzuschlag, nicht bezahlte Abrufschichten und nicht vergüteten, vorzeitigen Schichtbeginn in den Filialen in der Altstadt und in Stadtfeld.

Im Zuge der gütlichen Einigung trägt die Pizziano Magdeburg Altstadt GmbH die Verfahrens- und Anwaltskosten und muss mit der FAU Magdeburg nun in Verhandlungen treten. Das konkrete Ziel: die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten in den Betrieben von Domino’s Pizza verbessern. Damit hat die Gewerkschaft im Arbeitskampf für ihr Mitglied einen wichtigen Teilsieg errungen. Der Versuch des Union Bustings von Domino’s Pizza ist vorerst auf ganzer Linie gescheitert!

Die Pressemitteilung ist weiterhin hier abrufbar.

FAU Magdeburg im Interview mit Radio Corax

Die AG Gewerkschaftliche Aktion der FAU Magdeburg hat in einem Interview mit Radio Corax über unseren aktuellen Konflikt mit einem Franchisenehmer von Domino’s Pizza berichtet. Die Pizziano Magdeburg Altstadt GmbH will uns mit einer einstweiligen Verfügung daran hindern, die miesen Arbeitsbedingungen bei Domino’s offenzulegen und für die Forderungen unseres Mitglieds zu kämpfen.
Zum Nachhören auf der Webseite von Radio Corax: radiocorax.de/fau-magdeburg-vs-dominos/
Mehr Infos zum Konflikt auf: magdeburg.fau.org/ueber-uns/ag/gewerkschaftliche-aktion/dominos-pizza/

Domino’s zerrt FAU Magdeburg vor Gericht

Ein Domino’s-Franchisenehmer droht der Freien Arbeiter:innen Union Magdeburg (FAU) mit einer einstweiligen Verfügung. Verhandelt wird am 31. Januar vor dem Landgericht Magdeburg.
Die Pizziano Magdeburg Altstadt GmbH will über ihren Anwalt eine einstweilige Verfügung gegen die FAU Magdeburg erwirken. Grund dafür ist eine Pressemitteilung der Gewerkschaft. In dieser hatte das Syndikat über Missstände in den Domino’s-Filialen Stadtfeld und Hasselbachplatz berichtet: Schichten wurden kurzfristig auf Abruf gestellt und dann nicht vergütet; der von der FAU vertretene Schichtleiter musste eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Dienstbeginn anwesend sein, ohne für diese Zeit vergütet worden zu sein; Angestellte wurden um 23 Uhr automatisch ausgestempelt ohne Nachtzuschläge, auch wenn noch Arbeit erledigt werden musste. Alle diese Darstellungen können von der FAU Magdeburg für die Dienstzeit des Gewerkschaftsmitglieds bewiesen werden.
Domino’s sieht diese Pressemitteilung als rufschädigend an und will gerichtlich dagegen vorgehen.

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